Personalrätepreis

Stadtpolizei 55+

Auszeichnungen

Personalrätepreis 2018

Personalrat der Stadt Frankfurt Simone Neumann Personalrätepreis_2015-Frankfurt

Alternsgerechtes Arbeiten bei der Stadtpolizei der Stadt Frankfurt

Beim Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am Main waren rund 43 Kolleg*innen beschäftigt, die 55 Jahre und älter waren. Es fehlte an einem Konzept, wie diese Beschäftigten noch weiterbeschäftigt werden können, wobei ein besonders Problem war, dass die Einsatzmöglichkeiten für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter*innen, die nicht mehr vollumfänglich im Außendienst eingesetzt werden konnten, ausgeschöpft waren. Der Personalrat suchte nach einer Möglichkeit, wie diese Mitarbeiter*innen bis zum Erreichen des Ruhestands bzw. der Pensionierung in einem altersgemäßen Rahmen eingesetzt werden können.

Im Januar 2016 begannen Mitarbeiter*innen der Stadtpolizei mit ver.di-Vertrauensleuten erste Ideen zu sammeln, wie man den Bedürfnissen Älter begegnen und diese weiter einsetzen könnte. Hierbei entwickelte der Personalrat Ideen selbstständig, ohne auf Vorlagen oder auf Erfahrungen anderer Dienststellen zurückgreifen zu können. Im Oktober 2016 stellte der Personalrat dem Amtsleiter die Ideen in einem Schreiben vor, im Mai 2017 arbeitete eine Arbeitsgruppe (bestehend aus dem Abteilungsleiter der Stadtpolizei, dem Leiter des Führungsstabes der Stadtpolizei, drei Gremiumsmitgliedern und vier Kollegen der Stadtpolizei) die Ideen aus und wandelte sie in ein Konzept um. Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe war sehr gut.

Das Konzept wurde im Juli 2017 veröffentlicht und wird seitdem mit gutem Erfolg umgesetzt. Mittlerweile nutzen 7 Kollegen*innen das Konzept 55+, die u.a. als Kontaktbeamte in den Stadtteilen eingesetzt werden oder dauerhaft eine der vorhandenen Wachen (Innenstadt, Wache West) besetzen. Mitarbeiter*innen der Innenstadtwache dürfen z.B. wöchentliche Streifengänge vornehmen, sie kümmern sich um die Belange der Stadtteile und halten Kontakt zu den Gewerbetreibenden und Bürgern und beraten diese. Ein weiterer Schwerpunkt sollen künftig auch Sicherheitsmobile sein: Die Koordination und Einsatzplanung soll von diesen Mitarbeitern übernommen werden, auch, weil besonders ältere und erfahrene Mitarbeiter*innen für die Öffentlichkeitsarbeit besonders geeignet sind. Das Konzept gilt auch für Beschäftigte, die wegen einer gesundheitlichen Einschränkung nicht mehr in der Lage sind, ihren Dienst wie bisher auszuüben. Diese Personen müssen dafür kein Attest vorlegen, das bescheinigt, dass die betroffene Person nicht mehr vollumfänglich am Außendienst teilnehmen kann. Hier will man sich auf die persönlichen Angaben verlassen; so gibt es vielleicht Kollegen*innen, die zwar gesundheitlich noch ohne Einschränkungen Außendienst leisten könnten, sich dies jedoch z.B. aufgrund des steigenden Aggressionspotentials nicht mehr zutrauen.