JAV/PR-FORUM 2017

Was ist eigentlich mit den AnwärterInnen? Qualität des Vorbereitungsdienstes …

JAV/PR-Forum

Forum B 5

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Referent: Dennis Dacke – ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz

Qualitätsstandards gehören zur jedem Ausbildungsberuf und werten diesen entsprechend auf. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) setzt einen gewissen einheitlichen Rahmen für die unterschiedlichen Ausbildungsberufe der Industrie- und Handelskammern. Im Bereich der Ausbildung von Beamtinnen und Beamten gibt es dringenden Verbesserungsbedarf. Einen einheitlichen bundesweiten Qualitätsstandard zu erreichen, ist mit einigen Hürden und Problemen verbunden. Spätestens seit der Föderalismusreform II, mit der dem die Beamtenangelegenheiten in die Gesetzgebungskompetenz der Länder übertragen wurden, unterscheiden sich die einzelnen Beamtengesetze zum Teil deutlich voneinander.

Das Forum befasste sich insbesondere mit dem Studium und der Ausbildung der Verwaltungsbeamtinnen und Verwaltungsbeamten der Laufbahngruppen 1 und 2 (ehemaliger mittlerer und gehobener nichttechnischer Verwaltungsdienst). Die im ersten Schritt erarbeiteten wünschenswerten Qualitätsansprüche wichen hierbei nicht von den Standards der Kammerausbildungsberufe ab. Wesentliche Faktoren einer guten Ausbildung sind die Themenfelder „gute Organisation“, „Wertschätzung der Auszubildenden und Ausbilder“ und „die gute Vermittlung des Stoffverteilungsplans in Theorie und Praxis“.

Die Ausbildungsqualität lässt sich, so die einhellige Meinung der Teilnehmenden des Forums, klar verbessern, indem auch für verbeamtete Auszubildende entsprechende Ausbildungsrahmenpläne erarbeitet werden. Diese sind bereits zu Beginn des ersten Ausbildungsabschnitts zur Verfügung zu stellen. Eine große Verantwortung tragen auch die Fachhochschulen für die inhaltliche Vermittlung des theoretischen Wissens. Hierbei ist eine bessere Vernetzung mit dem berufspraktischen Teil hilfreich und wünschenswert.

Ausbilderinnen und Ausbilder vor Ort in den Dienststellen werden nicht immer ausreichend wertgeschätzt. Sie leisten oftmals eine zusätzliche Aufgabe „Ausbildung“, die sich nicht in Arbeitsplatzbeschreibungen widerspiegelt. Gerade auch die „ehrenamtlichen“ Ausbilderinnen und Ausbilder vor Ort sind für eine qualitativ hochwertige Ausbildung wichtig.

Im weiteren Verlauf des Forums wurde herausgearbeitet, welche Möglichkeiten Interessenvertretungen nutzen sollten, um eine Qualitätsverbesserung herauszuarbeiten. Insbesondere Instrumente wie Ausbildungsplatzbegehungen, getrennte Gesprächsrunden speziell für die Verwaltungsauszubildenden und Befragungen stehen hier im Vordergrund. Die ver.di-Jugend bietet zum Themenfeld Befragungen einen Umfrage-Generator an, der sehr gute Hinweise und Beispiele parat hält. Der Generator ist einsehbar unter: http://gute-ausbildung.net/login

Besonders wichtig ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Thema „Lehrmittelfreiheit für alle Auszubildende“. Gerade hier fehlt es an rechtlichen Grundlagen für die Beamtinnen und Beamten. Eine solche Forderung ist allerdings nur politisch durchzusetzen.

 Als Fazit des Forums bleibt festzuhalten: Für die qualitative Verbesserung der Ausbildung im Beamtenbereich gibt es bundesweit keine rechtlichen Grundlagen für Personalräte bzw. Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Dies ist vielmehr eine politische Selbstverpflichtung der jeweiligen Dienststellen, Fachhochschulen und Interessenvertretungen gleichermaßen. Personalvertretungen und Jugend- und Auszubildendenvertretungen sind hier als Impulsgeber immens wichtig.

Bericht: Peter Wagner