JAV/PR-FORUM

JAV/PR Forum 2021

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JAV/PR Forum 2021

Forum ver.di JAV/PR Forum 2021

Gute Arbeit in Coronazeiten mitbestimmt gestalten

Auch digital eine runde Sache: Das erste JAV- und Personalräte Forum im Online-Format lockte 150 Teilnehmende vor die Bildschirme. Ein richtungsweisender Vortrag von Christine Behle und sieben parallellaufende Workshops lieferten den Personalrät*innen und JAV-Vertreter*innen viel Input, Ermutigung und Ansporn für die weitere Arbeit.

Weil das jährlich stattfindende JAV- und Personalräte Forum des ver.di-Bundesfachbereichs Gemeinden keineswegs der Corona-Pandemie zum Opfer fallen sollte, wagten sich die Organisator*innen an ein Online-Format im großen Stil: 150 Teilnehmer*innen galt es zu vernetzen und bei der Stange zu halten! Dank guter Vorbereitung lief trotz kleinerer technischer Anfangsprobleme – sie konnten bald gelöst werden – alles bestens. Einen guten Anteil daran hatte auch Moderatorin Petra Schwarz, die als Hörfunk- und Fernsehfrau professionell durch die Veranstaltung führte. „Am Ende gab es viel Lob – 86 Prozent der Teilnehmenden erteilten in ihrem Feedback dem Tag ein `Sehr gut´ bzw. ein `Gut´“, so das zufriedene Resümee von Renate Sternatz, ver.di-Bundesfachbereichsleiterin Gemeinden. 

Katharina Lang, Vorsitzende des Bundesfachbereichs Gemeinden, erinnerte in ihrer Begrüßung daran, dass die Pandemie alle – Beschäftigte, aber auch Personalräte und Jugendvertreter*innen – vor neue und sehr besondere Herausforderungen stellt. „Wir wollen und müssen als Kommunalverwaltung unsere Dienstleistungen für die Bürger*innen sicherstellen, gleichzeitig ist es wichtiger denn je, die Arbeit der Beschäftigten sicher und gesund zu gestalten. Deutlicher denn je werde, wie vielfältig und unverzichtbar die Arbeit ist, die im Öffentlichen Dienst geleistet wird, unverzichtbar für die Stadtbevölkerung und die Gesellschaft. „Genauso unverzichtbar ist aber gerade jetzt die Arbeit der Interessenvertretungen, der Personalräte, Betriebsräte, Jugendvertretungen und Schwerbehindertenvertretungen.“

 Um den Kontakt zu den Beschäftigten und den Verwaltungsvertreter*innen zu halten, sei die technische Ausstattung der Personalrät*innen vielerorts nicht optimal. „Die Arbeitsbedingungen müssen nicht nur akut, sondern dauerhaft verbessert und bestmöglich gestaltet werden. All das geht am besten mit einer starken Gewerkschaft im Rücken – eben mit ver.di.“

 Sich Starkmachen für den Öffentlichen Dienst: Christine Behle, stellv. ver.di-Vorsitzende

 Wie besonders die derzeitige Situation ist, führte dann die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle in einer engagierten und kämpferischen Rede aus. Sie prangerte die „extreme Überlastung“ der Beschäftigten in allen Bereichen des Öffentlichen Dienstes an, die vor allem durch den Personalabbau der letzten Jahre entstanden sei. Die Coronapandemie habe das Problem des Personalmangels dort verschärft, die Anzahl der Ausbildungsplätze im Öffentlichen Dienst sei 2020 um rund fünf Prozent zurückgegangen. Um dem entgegenzuwirken, müsse in allen Dienststellen das Thema Fachkräftenachwuchs und Fachkräfteeinstellung ganz oben auf die Tagesordnung!

 Weitere Schwerpunkte ihres Vortrags waren die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Personalratsarbeit sowie die Sicherung der kommunalen Finanzen. Den Begehrlichkeiten öffentlicher Arbeitgeber, weitere Bereiche zu privatisieren und Arbeitsvorgänge zu atomisieren, erteilte sie eine deutliche Abfuhr. Positiv vermerkte Behle, dass zum Gesundheitsschutz in vielen Bereichen Homeoffice und mobiles Arbeiten ausgebaut bzw. eingeführt worden sei. „Wo sich früher Arbeitgeber da noch geweigert haben, ist jetzt vieles einfacher.“ Dennoch gebe es viele Beschäftigte, die ihre täglichen Aufgaben nur beschränkt oder gar nicht im Homeoffice wahrnehmen können. Diese bedürften des besonderen Schutzes der Arbeitgeber und Interessenvertreter, ihre Aufgaben müssten angepasst werden. Und prinzipiell sollte es bei dem Grundsatz bleiben, dass Personalratssitzungen in Präsenz stattfinden. Man dürfe nicht zulassen, dass Arbeitgeber etwa aus Kostengründen Videokonferenzen verlangen. „Das entwertet die betriebliche Mitbestimmung.“

„Gesundheitsschutz muss im Zentrum unseres Handelns stehen“, so Christine Behles tiefe Überzeugung. Sie selbst habe größtes Interesse daran, aus der Pandemiesituation endlich herauszukommen. Jetzt im Überschwang alle Vorsicht fahren zu lassen, weil die Menschen genervt sind, halte sie jedoch für falsch. „Das rächt sich.“ Wichtig seien klare Regeln, mit denen sich Menschen auf Öffnungen unter Einhaltung der Gesundheitsschutzmaßnahmen einstellen können.

Workshops für die tägliche Personalratsarbeit

Nach den Vorträgen startete die praktische Arbeit: Je nach Interessenlage verteilten sich die Teilnehmer*innen auf sieben themenbezogene Workshops. Da nach der Mittagspause die gleichen inhaltlichen Workshops noch einmal angeboten wurden, hatte jede und jeder die Möglichkeit, an zwei Workshops teilzunehmen. Die Workshopleiter*innen zogen nach der zweiten Runde ein positives Fazit: Die Arbeits- und Diskussionsatmosphäre sei durchgehend gut gewesen, der Wunsch, sich über die in der Corona-Situation gesammelten Erfahrungen auszutauschen, sich Praxistipps zu holen und voneinander zu lernen, sehr groß. So groß, dass sich viele Teilnehmer*innen vorgenommen haben, sich künftig enger zu vernetzen. Vielmals hieß es dann: „Wir bleiben in Kontakt.“

Workshop 1: Personalratswahlen unter Corona-Bedingungen

Workshop 2: Arbeiten im zu Hause – Standards für Dienstvereinbarungen

Workshop 3: Corona-Gesundheitsschutz an Kitas, in der sozialen Arbeit und in Schulen

Workshop 4: JobRad – ein Gewinn für alle?

Workshop 5: Rekommunalisierung der Gebäudereinigung – ein Praxisbeispiel

Workshop 6: Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch und Gewaltprävention

Workshop 7: Ausbildung von Anwärter*innen – Gestaltungsmöglichkeiten der JAV