Fachgruppe Feuerwehr

Gesundheitsschutz mit Leben füllen

Projekte

Projekt Laurentio nimmt Arbeitsalltag unter die Lupe

Gute und gesunde Arbeit bei Flughafenfeuerwehren
Feuerwehr ver.di Feuerwehr

Feuerwehrleute müssen fit sein – physisch wie psychisch. Fit sein ist eine Voraussetzung dafür, dass Feuerwehrleute ihren Beruf überhaupt ausüben dürfen. Regelmäßig wird getestet, ob der Feuerwehrmann beziehungsweise die Feuerwehrfrau körperlich wie geistig noch in der Lage ist, den kontinuierlich steigenden komplexen Aufgaben des Einsatzdienstes noch gerecht wird. 

Wird zum Beispiel die Atemschutzprüfung (G 26.3) nicht bestanden, darf der Einsatzdienst nur noch mit Einschränkungen geleistet werden. Was übrigens für viele Feuerwehrleute ein großes Problem ist.

Wie muss Personalentwicklung aussehen, damit die Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehren  so lange wie möglich den Job machen können, den sie mit Hingabe ausfüllen - nämlich Feuerwehrleute im Einsatz zu sein? Antworten auf diese Frage soll das Projekt Laurentio geben. Untertitel: Gute und gesunde Arbeit bei Flughafenfeuerwehren.  Anhand der Flughafenfeuerwehren wird in diesem Projekt eine systematische, demografieorientierte und nachhaltige Personalentwicklungsstruktur erarbeitet. Dabei werden die Feuerwehren der Flughäfen Frankfurt/Main, Nürnberg und Köln/Bonn genauer unter  die Lupe genommen. Im Ergebnis soll ein Personalentwicklungskonzept geschaffen werden, das später auch, mit kleinen Anpassungen, bei Werk- und Berufsfeuerwehren angewendet werden kann.

Seit Beginn des Projekts im Sommer 2018 wurden Interviews geführt, Fragebögen beantwortet, Workshops und Infoveranstaltungen organisiert. An Anfang gab es eine  Bestandsaufnahme. Was wird bereits gemacht und wie werden diese Angebote zum Beispiel zum Gesundheitsschutz angenommen? Wie sieht der Krankenstand aus? In welchem Alter gehen die Feuerwehrleute in Rente? Welche konkreten Instrumente der  Personalentwicklung werden bereits eingesetzt und welche Erfahrungen gibt es damit? Im zweiten Schritt geht es nun darum, gezielte Maßnahmen zu entwickeln, um z.B. die Fitness der Kolleginnen und Kollegen zu erhalten. Zum Abschluss des Projekts 2021 soll dann ein Vergleich mit den Ausgangsdaten erfolgen, um die Effekte und Ergebnisse des Projektes zu bewerten.

Wobei natürlich nicht nur die Älteren im Fokus sind. Denn Prävention muss schon am ersten Arbeitstag beginnen, damit die Arbeitsbedingungen gar nicht erst krank machen. Deshalb werden im Projekt die Kolleginnen und Kollegen auch gefragt, was genau im Arbeitsalltag die Arbeit schwer macht. Das können Arbeitsabläufe oder spezielle Vorgehensweisen sein. Zum Beispiel kritisierten Feuerwehrleute, dass sie bei der Beseitigung einer Ölspur die reguläre Brandschutzkleidung tragen müssen; schwere Kleidung somit, die besonders im Sommer diese Arbeit äußerst erschwert.

Zum Projekt gehören auch die Vorgesetzten; weil je nach Führungsstil konkrete Stressfaktoren verknüpft sein können. Deshalb werden Vorgesetzte in den drei Flughafenfeuerwehren nicht nur befragt, sondern es werden auch Führungsschulungen angeboten. „Die Arbeitgeber sind daran interessiert, Fachkräfte zu finden und zu halten“, weiß Arno Dick, Fachgruppenleiter Feuerwehr beim ver.di. Deshalb sind sie auch engagiert dabei, Führungsmängel zu beseitigen. 

Übrigens: Für die meisten Feuerwehrleute gibt es bereits Sportangebote. Aber nur wenige Angebote zielen auf die besonderen körperlichen Belastungen ab. Im Rahmen des Projekts werden deshalb Sportwissenschaftler den einzelnen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner spezielle Trainingspläne auf den Leib schneidern.

Text: Jana Bender/Juli 2019