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Gute Arbeit, Digitalisierung und Mitgliedergewinnung

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ver.di-Kongress stellt Weichen für die Zukunft – innergewerkschaftlicher Organisationsprozess Perspektive 2015 wird fortgesetzt  - Wolfgang Pieper als neuer Leiter der Fachbereiche Bund+Länder sowie Gemeinden in den Vorstand gewählt worden.  

Was ver.di am Herzen liegt, wurde beim Kongress im Herbst überdeutlich. In zahlreichen Debatten ging es um eine soziale und demokratische Globalisierung, um die Fortsetzung des innergewerkschaftlichen Organisationsprozesses Perspektive 2015, um Gute Arbeit, eine Arbeitspolitik von unten, um die Herausforderungen der Digitalisierung und um Tarifpolitik.

Was die Personalien betrifft: Frank Bsirske wurde  als ver.di-Vorsitzender erneut gewählt. Neu im ver.di-Bundesvorstand ist nun auch Wolfgang Pieper, als  Leiter der Bundesfachbereiche Bund+ Länder sowie Gemeinden.  Der Bundeskongress votierte mit 84,4 Prozent der Stimmen für  Wolfgang Pieper. Das alte wie neue Thema von ver.di lautet: Mitglieder halten, Mitglieder gewinnen. Vor allem junge Leute sollen verstärkt angesprochen und gewonnen werden. Dafür setzte der Kongress konkrete Ziele: So wurde unter anderem beschlossen, den Anteil der Jugendlichen von derzeit 5,4 Prozent auf 8,5 Prozent im Jahr 2020 zu steigern. In allen Bereichen will ver.di mehr Mitglieder gewinnen: „Wir haben uns vorgenommen, nah am Mitglied zu sein und zu organisieren, zu organisieren, zu organisieren.“ So drückte es Bsirske auf dem Kongress aus.

In seiner Grundsatzrede ging Bsirske auf die Themen ein, die die Gewerkschaftsarbeit in den kommenden vier Jahren bestimmen werden. „Wir sind gegenwärtig mit vielfältigen Umbrüchen konfrontiert: In der Arbeitswelt, in der Gesellschaft, in Europa und darüber hinaus. Umbrüche, die verunsichern, aber auch als neue Herausforderungen wahrgenommen werden. Er ging dabei auf die seiner Ansicht nach „fundamentalen Umwälzungen“ infolge der Digitalisierung ein. Die Entwicklung verlaufe weitaus schneller als vielfach angenommen und drohe etablierte Unternehmen und ganze Branchen samt ihren Beschäftigten in schwere Turbulenzen zu ziehen. Damit seien Millionen Arbeitsplätze gefährdet. Die Gewerkschaft werde dem ein Konzept entgegensetzen, eine „Agenda für Beschäftigung im digitalen Umbruch.“ Darin fordert ver.di den Ausbau von Qualifizierungsangeboten und alternativer Beschäftigung sowie die Schaffung zusätzlicher Beschäftigung vor allem in den sozialen Dienstleistungen. Auch kürzere Arbeitszeiten könnten laut Bsirske „ein hilfreiches Instrument sein, Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken“.

jab.2015