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Früh reagieren und immer nachhaken

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Mehr Stellen

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Wer zusätzliche Stellen will, muss hartnäckig sein. Das ist die Lehre, die der Rostocker Personalrat aus der Arbeit der vergangenen zwei Jahre zieht.  Wobei: Die Personalräte waren hartnäckig. Und so arbeiten heute mehr Kolleginnen und Kollegen in der Ausländerbehörde als noch vor zwei Jahren.

Der Hintergrund: Schon im Herbst 2015 wies der Personalrat auf die Situation in der Flüchtlingshilfe hin. Zunächst waren Freiwillige aus allen Ämtern herangezogen worden, um die Flüchtlinge zu versorgen. Das konnte auf Dauer nicht so bleiben, denn während dieses Sondereinsatzes blieb ihre Arbeit in den Ämtern liegen. „Wir brauchten mehr Personal“, weiß Cordula Frenz, ver.di-Personalrätin in Rostock. Deshalb wendeten sich die Personalräte zunächst an den Oberbürgermeister, später dann auch an die Politik. Gleichzeitig begannen die Kolleginnen und Kollegen, Überlastungsanzeigen zu schreiben.  „Jeder wusste, wie die Situation war“, erinnert sich Frenz.  Dass dann aber sehr schnell gehandelt wurde, ist dem Engagement des Personalrats zu verdanken.

Ob Servicekraft oder Sachbearbeiterin und Sachbearbeiter – zunächst ging alles nur befristet. Inzwischen wurden einige Stellen verlängert und einige auch entfristet. Auch bei diesen Entfristungen war der Personalrat die treibende Kraft. Man muss immer wieder nachhaken – und zwar zeitnah. Nach dem Motto: Wenn jemand einen Antrag stellt und still wartet, dann kann die Not nicht groß sein.  Beziehungsweise: Wer stetig nachhakt, wen es auch nicht schreckt, dabei ganz schön zu nerven, der zeigt auch: Die Abteilung geht auf dem Zahnfleisch, sie braucht dringend eine Lösung.

Doch das ist nicht alles: Neue Stellen laufen über den Haushalt. Deshalb muss die Politik eingebunden werden. Allein mit dem Oberbürgermeister zu verhandeln, ist nicht genug. „Wir sind in die Fraktionen gegangen, haben die Situation geschildert und einfach nicht locker gelassen“, sagt die Personalrätin. Der lange Atem hat sich ausgezahlt. Auch wenn nicht alle Stellen entfristet wurden, auch wenn einige Stellen nur vorübergehend besetzt wurden, die Kolleginnen und Kollegen sind mit dem Erreichten zufrieden. Mit der jetzigen Stellenausstattung können sie leben – vorausgesetzt, der Ansturm von Geflüchteten bleibt auf dem derzeitigen Niveau, wie es derzeit ist.