JAV/PR-FORUM 2017

Digitalisierung von Verwaltungsleistungen am Beispiel der Bürgerämter

JAV/PR-FORUM

Forum A 5

JAV/PR-FORUM Bender JAV/PR-Forum 2017

Referenten: Professor Sabine Kuhlmann,  Professor Jörg Bogumil  

Professor Sabine Kuhlmann und Professor Jörg Bogumil stellten uns ihr Forschungsprojekt vor. Dabei geht es darum, welche Veränderungen es in der Organisation, im Personalbestand und im Aufgabenprofil der Bürgerämter gibt. Die zentralen Fragen sind: Welche Digitalisierungsansätze lassen sich in Bürgerämtern beobachten? Welche Konsequenzen hat es auf die Arbeitsprozesse und Arbeitssituationen? Und welche Konsequenzen hat es auf die Leistungserbringung für die Bürgerinnen und Bürger?

Ein elektronischer Personalausweis bedeutet:  10 Prozent mehr Personal. Die Finalisierung der digitalen Leistungen lassen sich nur schwer abschließen. Medienbruchfreie Bearbeitungen (zum Beispiel kein Papier mehr) sind kaum möglich.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen die Nutzung der Digitalisierung kritisch, hingegen sehen es Führungskräfte optimistischer. Es wird zum Beispiel eine Beschleunigung von Schließungen von Außenstellen befürchtet. Eine Strategie zur Digitalisierung ist jedoch nicht erkennbar.

Oft können nur 20 Prozent der online eingestellten Formulare digital genutzt werden. Ein Hindernisgrund ist das Schriftformerfordernis. Eine elektronische Signatur existiert noch nicht.

Es gibt rechtliche, finanzielle, personelle, politische und technische Barrieren bei der Digitalisierung.

Es muss auch unterschieden werden zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, die digital arbeiten und denen, die diese Möglichkeit nicht haben.

Terminvergabe online wird gut genutzt und verringert die Wartezeiten. In vielen Städten gibt es schon Formulare online für Bewohnerpark-ausweise, Wohnungsgeberbescheinigungen, KFZ-Wunschkennzeichen oder bei der Beantragung von Führungszeugnissen.

Ein großes Problem stellt das noch unzureichend implementierte e-Payment dar.

Für die Beschäftigten ist es wichtig, dass eine Leistungsüberwachung ausgeschlossen wird, dass der Personalrat in der Mitbestimmung bleibt und Dienstvereinbarungen abschließt zum Schutz der Beschäftigten. Und letztendlich ist es auch eine Frage der Eingruppierung.

Bericht:  Ellen Bornschein