JAV/PR-FORUM 2016

Ein Instrument für den Personalrat

Forum B3

Digitale Beschäftigtenumfrage

Beschäftigtenumfrage Bender Beschäftigtenumfrage

Digitiale Beschäftigtenumfrage – Ein Instrument für den Personalrat

Referent: Marcel Mudrich

Befragungen bringen einen hohen Nutzen für Personalvertretungen. Neben der Erhöhung der Akzeptanz von betrieblichen Regelungen sind sie ein schnelles Mittel zur Einbindung und Aktivierung der Beschäftigten in betriebliche Prozesse. Die Ergebnisse einer solchen Erhebung spiegeln die Wünsche und Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider und geben eine gute Orientierungshilfe für die Arbeitsplanung des jeweiligen Personalrates. Sie sind jederzeit und überall einsetzbar.

Je nach inhaltlicher Ausgestaltung der Befragungen bieten die Antworten aus der Belegschaft eine gute Grundlage für objektive Gespräche und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber. Sie erleichtern darüber hinaus die Zuordnung von zielgruppenorientierten Handlungsfeldern.

Wichtig ist die Ergebnissicherung und die Kommunikation nach außen. „Nach der Befragung ist immer auch vor der  Befragung.“ Es wird dringend geraten, das Kollegium über den Stand der Verhandlungen mit der Dienststelle auf dem Laufenden zu halten!

Durch gut durchdachte und regelmäßige Befragungen/Rückmeldungen wird die Arbeit des Personalrates transparenter und das Vertrauen in die Interessenvertretung kann gestärkt werden.

Die digitale Beschäftigtenbefragung ist, unter Einhaltung rechtlicher Vorgaben, ein zulässiges Mittel des Arbeitgebers. Demzufolge ist es grundsätzlich auch als Instrument der Interessenvertretung nutzbar. Aufgrund unterschiedlicher Personalvertretungsgesetze ist eine individuelle Abklärung der rechtlichen Möglichkeiten geboten. Insbesondere ist eine Absicherung in Bezug auf mögliche vorhandene Dienst- oder Betriebsvereinbarungen angeraten.

Fraglich ist die Nutzung externe Cloud-Anbieter. Diesbezüglich empfiehlt es sich, als Personalrat frühzeitig die jeweilige Datenschutzstelle einzubeziehen und die Onlinebefragungen mit dem betrieblichen Datenschutz abzustimmen.

Hierbei sind folgende Datenschutzanforderungen als Mindeststandard einzuhalten:

                Anonymität

                Keine Erhebung persönlicher Daten

                Löschung der Daten nach der Analyse

Über 50 Prozen der Teilnehmenden haben bereits mindestens einmal als Personalrats-Gremium eine Beschäftigten-Befragung durchgeführt. Überwiegend handelte es sich aber über vereinzelte Erhebungen. Regelmäßige Meinungsbildungen über Intranet/ in Papierform finden noch nicht statt. Die Spannbreite hierbei erstreckte sich von einfachen Befragungen (Betriebsfest) – bis hin zu sehr umfangreichen Onlinebefragungen mit unterschiedlichen Gesamtergebnissen.

Aufgrund der unterschiedlichen EDV-Strukturen vor Ort werden oftmals noch Papierbefragungen durchgeführt.

In vier kleinen Arbeitsgruppen wurde schnell deutlich, wie wichtig eine gute Vorbereitung und Zielsetzung im Vorfeld einer Onlinebefragung ist. Hierzu sind folgende Themen bearbeitet worden:

                1.) Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

                2.) Betriebskultur und Kollegialität

                3.) Führung

                4.) mobiles Arbeiten

Im Ergebnis ist festzustellen:

1.)     Digitale Befragungen sind ein Instrument für die beteiligungsorientierte Mitbestimmung in der Dienststelle, bei der alle Beschäftigten schnell erreicht werden.

2.)     Die Vorteile liegen in einer schnellen, unkomplizierten Verfügbarkeit der Daten und einer ressourcenschonenden Auswertung.

3.)     Als strategisches Instrument hilft es die Deutungshoheit im Sinne der Mitbestimmung wiederzuerlangen.

Bericht: Peter Wagner