JAV/PR-FORUM 2013

Gute Arbeit braucht langen Atem

JAV/PR-Forum 2013

Gute Arbeit

Meerkamp appelliert: „Bewerbt Euch um den Personalrätepreis“ – Foren beschäftigen sich mit Personalbemessung, Personalführung und Burnout-Prophylaxe

Jeder hat ein Recht auf gute Arbeit. Dennoch braucht es einen langen Atem, damit gute Arbeit in allen Verwaltungen, Dienststellen und Betrieben des öffentlichen Dienstes  Wirklichkeit wird. Darauf hat der Leiter der Bundesfachbereiche Bund/Länder und Gemeinden, Achim Meerkamp, vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des JAV/PR-FORUMS des Fachbereichs Gemeinden hingewiesen. Das nächste JAV/PR-FORUM des Fachbereichs Gemeinden ist für den 14. und 15. Oktober 2014 geplant.

Über 200 Personalrätinnen und Personalräte sowie Mitglieder der Jugend- und der Auszubildendenvertretung (JAV) waren im Oktober 2013 zum Forum nach Magdeburg gekommen, das im Zeichen von guter Arbeit stand.  Gute Arbeit ist ein Arbeitsschwerpunkt des Bundesfachbereichs Gemeinden. ver.di fördert Betriebe, in denen Personalräte und Vertrauensleute konkrete Verbesserungen vorantreiben. Damit solche Projekte professionell umgesetzt werden, bietet ver.di Fach-und Prozessexperten an.

Nicht nur im  Plenum, sondern auch in den Foren wurde gute Arbeit thematisiert – ob es um die Integration von Behinderten, um Burnout-Prophylaxe, Verhandlungsstrategien, gesundheitsfördernde Personalführung, Personalbemessung für Schulhausmeister/-innen oder Verhältnis- und Verhaltensprävention ging. Die JAV-Foren beschäftigten sich damit, wie Jugend- und Auszubildendenversammlungen lebhafter gestaltet und Texte interessanter werden können.

Dr. Klaus Peters vom Zentrum für Autonomieforschung in Berlin ging auf die Folgen von indirekter Steuerung in der Mitarbeiterführung ein. Indirekte Steuerung habe zur Folge, dass Beschäftigte nicht nur Leistung bringen müssen, sondern für den Erfolg beziehungsweise den Misserfolg der Leistung verantwortlich sind. Dies wiederum hat zur Folge, dass Beschäftigte arbeiten ohne Ende, gegebenenfalls sogar ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Arbeitnehmervertretungen sind auf diese geänderten Rahmenbedingungen nicht vorbereitet. Wenn sie mit klassischen Mitteln versuchen, den Arbeitnehmer zu schützen, sind die Mitglieder des Personal- und Betriebsrats in den Augen der Beschäftigten diejenigen, die ihnen Steine in den Weg legen. Peters appellierte an Beschäftige, Gewerkschaften und Arbeiternehmervertretungen in den Verwaltungen und Betrieben, nach Lösungen zu suchen.

Renate Sternatz, Leiterin des Bereichs Gemeinden, hob hervor, dass sich Beschäftigte oft als Schicksalsgemeinschaft sehen, die sich bei widrigen Arbeitsbedingungen gegenseitig helfen. Ver.dis Aufgabe aber ist es, dabei zu helfen, dass sich die Beschäftigten gegen diese schlechten Arbeitsbedingungen zur Wehr setzen.

Professor Daniel Bieber vom iso-Institut in Saarbrücken forderte, bei der Entwicklung neuer Technologien die Beschäftigten miteinzubeziehen. Viele technische Entwicklungen stehen nicht für sich alleine, sondern setzen Dienstleistungen voraus. Deshalb müssten sich Gewerkschaften weit stärker als bisher für Innovationsforschung und Innovationspolitik interessieren als bisher.

Meerkamp appellierte an die Personalräte, sich mit ihren Projekten um den Deutschen Personalrätepreis 2014 zu bewerben.  „Ich weiß, dass viele kreative und erfolgreiche Projekte im Verborgenen schlummern“, sagte er. Meerkamp sitzt als ver.di-Vertreter in der Jury des Personalrätepreises. Viel zu oft komme das öffentliche Präsentieren erfolgreicher Projekte zu kurz, ist sich Meerkamp sicher. Dabei könnten andere Interessenvertretungen von gelungenen Beispielen guter Personalrätearbeit lernen.

Text: Jana Bender