JAV/PR-FORUM 2013

Neue Wege der Personalbemessung für Schulhausmeisterinnen und …

Forum B 1

Forum B 1 Bender Siegfried Wöhler

Referent: Siegfried Wöhler, ver.di Gewerkschaftssekretär

Moderation: Jutta Ahrweiler

Der Vortrag begann mit einem Exkurs in die Historie der Schulhausmeisterei. Aufpasser für Ordnung und Sicherheit und Auf- und Zuschließer der Schule, Heizer von Kohleheizungen und Instantsetzer von Tischen und Stühlen - die Tätigkeit eines Schulhausmeisters, einer Schulhausmeisterin hat sich im Laufe der Jahrzehnte sehr gewandelt.

Bildungspolitische Entscheidungen bewirken starke Veränderungen der Tätigkeit. Daraus resultieren steigende Qualifizierungsanforderungen, aber auch Qualität und Umfang erhöhen sich. Zurzeit wird der Personaleinsatz immer noch so festgestellt, wie es auch vor Jahrzehnten gemacht wurde, ohne die veränderten Aufgaben, ohne die individuellen Bedingungen der unterschiedlichen Schultypen und Schulformen zu berücksichtigen. Dabei müssen die veränderten Aufgabenprofile auch eine veränderte Personalbemessung zur Folge haben.

Am praktischen Beispiel und eigenen Erlebten hat der Schulhausmeister/innenarbeitskreis in Herford sich an das Thema gewagt und mit hohem Zeitaufwand und persönlichen Engagement die Ist-Personalsituation aller Schulen in Herford erfasst. Angelehnt an einen Bericht (5; 2010) der KGSt Kommunale Gemeinschaftsstelle für Personalmanagement) aus dem Herbst 2010 zur Personalbemessung haben die Herforder Kolleginnen und Kollegen alle Tätigkeiten in allen Schulen aufgezeichnet und Zeitkontingente zugeordnet. Auch wurden Besonderheiten wie Schultyp, Schulgröße, Schulumfeld, technische Infrastruktur oder außerschulische Nutzung berücksichtigt. So entstand ein Modell, das mit den politisch Verantwortlichen und der Verwaltungsspitze diskutiert wurde und auch auf Akzeptanz stieß. Allerdings stockt die Umsetzung bisher an der finanziellen Situation. 

Da bisher über Bereitschaftszeit der Einsatz der Schulhausmeister/innen geregelt wurde, gibt es einen großen Bedarf zur Ermittlung des tatsächlichen Personaleinsatzes. In vielen Städten werden Bereitschaftzeiten nicht mehr angewendet, sondern andere Formen, wie zum Beispiel Verbünde oder Schichtdienste. Das ist ein guter Weg, denn auch die Bereitschaftszeit ist ein Relikt und dient im Grunde  der Verschleierung des tatsächlichen Personalbedarfs.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für gute Arbeit durch angemessene Personalbemessung sind Qualifizierungsangebote. Denn weil sich die Aufgaben der Schulhausmeister/innen grundlegend geändert haben, sind Weiterbildungsangebote und zeitgemäße, den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechende, Eingruppierungen unabdingbar.

Zur Umsetzung bzw. Durchsetzung dieser neuen Wege und Ziele bedarf es der Mitwirkung der Personalräte und natürlich der Kolleginnen und Kollegen selbst.

Bericht: Ilona Wichert