JAV/PR-FORUM 2013

Gute Arbeit – Die Integration von Menschen mit Behinderung gehört …

Forum A 3

Forum A 3 Bender Forum A 3

Referentinnen: Lucie Pötter-Brandt (GSV Stadt Wolfsburg), Sabine Schwarz (HVP Berlin)

Moderation: Ellen Bornschein

Leistungswandelung oder Schwerbehinderung kann uns alle treffen

Gute Arbeit bedeutet für eine Vielzahl von Menschen unter anderem ein unbefristeter Arbeitsvertrag und ein festes Einkommen. Denselben Anspruch haben auch leistungsgeminderte Menschen.

„Menschen mit Behinderung müssen und können vollständig in den Arbeitsalltag eines Betriebes integriert werden“, sagt Lucie Pötter-Brandt, Gesamtschwerbehindertenvertretung der Stadt Wolfsburg. Anhand von Beispielen aus der Praxis erklärt sie, wie es gelungen ist, Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zu integrieren.

Marco ist gelernter Herrenschneider. Nach seiner Ausbildung arbeitet er in einem ganz anderen Bereich. Er unterstützt den Service der Kantine als vollwertige Kraft. Marco ist gehörlos.

Patrick arbeitet als erfahrener Sozialarbeiter an einer Ganztagsschule und betreut die Schüler. Patrick ist blind.

Eine Integration von schwerbehinderten Menschen ist nicht immer einfach. Es bedarf einer Vielzahl von Gesprächen und Überzeugungsarbeit. Die volle Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Einschränkungen bedeutet auch Abbau von Vorteilen. „Geht nicht, gibt’s nicht“ lautet die Devise vieler Schwerbehindertenvertretungen. Entscheidend ist oftmals, welche unterstützenden Maßnahmen herangezogen werden müssen, um eine volle Teilhabe zu ermöglichen. Dies kann gelingen, wenn alle Akteure im Betrieb mithelfen. Hierzu zählen die Führungskraft, der Personalrat, die Schwerbehindertenvertretung, Arbeitsmedizinscher Dienst, Integrationsamt, gegebenenfalls  die Jugend- und Auszubildendenvertretung und einige weitere.

Es gibt natürlich rechtliche Vorgaben zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Aber dies alleine ist nicht zielführend und setzt nur den vorgegebenen Rahmen. „Besser ist es, von Anfang an den Weg gemeinsam zu beschreiten“, sagt Sabine Schwarz. Die Integration beginnt schon bei der Ausbildung. Wichtig ist es, bereits den ersten Arbeitsmarkt für Personen mit Einschränkungen zu öffnen. Darauf zielt auch die Vorgabe des Sozialgesetzbuches IX ab.

Neben der Einstellung von Menschen mit Behinderung ist aber eine weitere Erkenntnis wichtig, die sich jede/jeder Beschäftigte vor Augen führen sollte: Schwerbehinderung oder Leistungswandelung kann uns alle im Laufe des Berufslebens treffen.

Im Herbst 2014 stellen sich die Schwerbehindertenvertretungen in den deutschen Dienststellen wieder der Wahl.

Bericht: Peter Wagner