Gewaltprävention

ver.di fordert: Sicherheitskonzepte in den Jobcentern überprüfen

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Gewaltprävention

Gewaltprävention: Aachener Modell ver.di Aachener Modell

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die Geschäftsführungen der Jobcenter auf, die Sicherheitskonzepte aller Jobcenter  zu überprüfen,  damit die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz nicht um Leib und Leben fürchten müssen. Entsetzt und betroffen zeigt sich Isolde Kunkel-Weber, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes, über den tödlichen Angriff auf die Kollegin im Jobcenter in Neuss. „Unser Mitgefühl und Anteilnahme an der Trauer ist bei den Angehörigen, Freunden und Kolleginnen und Kollegen.“

„Die Träger der gemeinsamen Einrichtungen Kommunen und Bundesagentur sind gefordert, unverzüglich die Sicherheitskonzepte der Jobcenter auf den Prüfstand zu stellen, damit sich solch ein schrecklicher Vorfall wie in Neuss nicht wiederholen kann“, so die Forderung von Kunkel-Weber. „Die Beschäftigten der Jobcenter sehen sich schon täglich steigenden gesundheitlichen Belastungen und immer wieder bedrohlichen Situationen ausgesetzt. Die Schutzmechanismen in den Jobcentern sind für die Beschäftigten so zu gestalten, dass sie nicht um ihr Leben oder die Gesundheit fürchten müssen.“

Die Gewerkschaft ver.di hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder angemahnt, den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu verbessern. Die hohe Arbeitsbelastung, zu wenig Personal sowie die zum Teil sehr komplizierte Gesetzgebung im SGB II müssen im Interesse der Leistungsempfänger und der Beschäftigten spürbar verbessert werden. Der Dialog zwischen Erwerbslosen und Beschäftigten ist das Gebot der Stunde, denn beide Seiten sind ‚Opfer‘ der falschen Arbeitsmarktpolitik in der Bundesrepublik.

 

ver.di fordert:  

- bessere Sicherheitskonzepte (z.B. Eingangs- und Empfangsbereich, Alarmierungssysteme)

- flächendeckende Durchführung der Gefährdungsbeurteilungen zur Bewertung von Belastungen und Gefährdungen und
die unmittelbaren Umsetzung von gezielten Maßnahmen sowie

- mehr Personal in den Jobcentern (da die im Gesetz enthaltenen Personalschlüssel durch die Einrechnung der Querschnittsbereiche zu deutlich mehr Fallzahlen führen).

Das Aachener Modell

Zusammen mit der Polizei hat die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen das sogenannte Aachener Modell entwickelt und eine Broschüre darüber erstellt. Auch sechs Argen waren im Rahmen des abba-Projektes an der Broschüre beteiligt. Die Broschüre über das Aachener Modell kann hier heruntergeladen werden.

Grundsätzlich wird empfohlen, betriebliche Sicherheitskonzepte immer mit der örtlichen Polizei zu erarbeiten, denn Polizisten sind auch Expert/innen für Gewaltprävention. Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden