Tarife

Die Tarifrunde gut vorbereiten

Kommentar

Tarife öffentlicher Dienst/Bund und Gemeinden

Roland Hornauer privat Roland Hornauer

"Die Entgelttarife sind gekündigt. Damit hat die Tarifrunde 2018 begonnen. Nun sind wir dran. Wir, die Kolleginnen und Kollegen in den Verwaltungen und Betrieben. Jetzt geht es darum, dass wir darüber diskutieren, was uns auf den Nägeln brennt.  Wir müssen darüber debattieren, mit welcher Forderung wir im kommenden Jahr in die Tarifrunde gehen.

Wer meint, diese Diskussionen seien reine Pflichtübungen und könnten im Sparmodus abgefeiert werden, der irrt. Denn in diesen Diskussionen wird deutlich, wo tatsächlich bei den Kolleginnen und Kollegen der Schuh drückt. Voraussetzung allerdings: Es muss offen diskutiert werden können, jeder muss sich einbringen dürfen und diese Möglichkeit auch nutzen. Dann entsteht durch diese Diskussionen ein verlässliches Bild über die Stimmung im Betrieb oder in der Verwaltung. Wobei jedem klar sein muss, dass eine Forderung – wie immer sie auch aussieht – nur dann eine gute Forderung ist, wenn uns dieses Anliegen so wichtig ist, dass wir bereit sind, dafür gemeinsam einzutreten. In allen Varianten – von der Demonstration mit selbst gestalteten Plakaten bis hin zum Streik.

Doch das ist nicht alles: Die Ergebnisse dieser Diskussionen fließen in die Forderung mit ein, die die Bundestarifkommission im Februar beschließt. Das heißt natürlich nicht, dass jede Forderung berücksichtigt wird. All diese Ergebnisse aus den Verwaltungen und Betrieben, den Bezirken und den Landesbezirken werden von der Bundestarifkommission bewertet, miteinbezogen, in Relation gesetzt. Dann entscheidet dieses Gremium - das jeweils im Rahmen der Organisationswahlen für vier Jahre gewählt wurde – und berücksichtigt dabei, dass die Forderung für ganz Deutschland Bestand haben muss. Aber klar ist auch: Ohne unsere Diskussionen vor Ort hat die Bundestarifkommission keine Basis, auf der sie entscheiden könnte.

Doch auch das ist noch nicht alles: Die Diskussion in den Betrieben und Verwaltungen um die Forderungshöhe schließt die Reihen vor Ort. Sie stimmt uns alle noch besser auf die Tarifrunde ein, sie gibt uns vor Ort den Startschuss. Von jetzt an geht es darum, auch Aktionen zu planen und Aufgaben zu verteilen. In den Veranstaltungen zur Forderungsdiskussion wird häufig deutlich, wo noch Defizite sind, wo wir schwach sind, wo wir die letzten Monate vor Verhandlungsbeginn noch nutzen müssen, um stärker zu werden.

Denn wir wissen alle: Eine gute Tarifrunde wird nicht allein im Verhandlungsmarathon entschieden. Auch eine große Demo sorgt noch nicht für einen guten Abschluss. Unser aller Engagement vor Ort ist entscheidend. Denn hier zeigt sich den Arbeitgebern unsere Entschlossenheit. Je geschlossener unsere Reihen, und dazu gehören natürlich viele aktive Mitglieder und ein hoher Organisationsgrad, desto entschlossener erleben uns die Arbeitgeber, desto ernster müssen sie unsere Forderungen nehmen. Deshalb: Lasst uns die nächsten Wochen dazu nutzen, intensiv darüber zu diskutieren, was wir fordern wollen und  vor allem die Tarifrunde gut im Betrieb, in der Verwaltung vorbereiten, damit wir unsere Forderungen auch durchsetzen können."

Roland Hornauer, Mitglied des Fachbereichsvorstandes Gemeinden