Weiterbildung

Weiterbildung noch zu wenig in den Betrieben verankert

Abschlusstagung

Paragraf 5

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Der Leiter der ver.di-Bundesfachbereiche Gemeinden sowie Bund/Länder, Achim Meerkamp, pocht auf einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung.  Vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachtagung zur Weiterbildung hob Meerkamp die Bedeutung der Weiter- und Fortbildung angesichts der demografischen Entwicklung hervor. Seiner Ansicht nach wird die demografische Entwicklung der Fort- und Weiterbildung in den nächsten fünf Jahren einen gewaltigen Schub verleihen.

Dass die bisherigen Regelungen zur Weiterbildung im Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) nur zögerlich wahrgenommen werden, hat laut Meerkamp mehrere Gründe. Doch dieser Umstand dürfe auch nicht überbewertet werden. „Der TVöD und damit auch der Paragraf §5 des TVöD steckt noch in den Kinderschuhen“, sagte er. Zugleich verwies er darauf, dass das Thema Weiterbildung in den vergangenen Jahren von anderen Themen überlagert wurde wie Wochenarbeitszeit, Leistungsentgelt und Gesundheitsschutz. „Es ist ein Erfolg, dass es den Weiterbildungsparagrafen überhaupt gibt. Es kommt nun darauf an, was wir alle daraus machen“, sagte er.

Zu der Fachtagung waren über 70 Personal- und Betriebsräte, Arbeitgebervertreter sowie Weiterbildungsexperten am 19. Januar nach Frankfurt gekommen. Die Tagung, zu der das Forschungsinstitut für Arbeit, Technik und Kultur (F.A.T.K.) aus Tübingen eingeladen hatte,  stand unter dem Titel „Tarifliche Regulierung von Qualifizierung im öffentlichen Dienst – Ansatz, Umsetzung und Wirkungen“.

Hintergrund der Tagung: Das F.A.T.K. überprüfte in einer Studie, die vom Bundesbildungsministerium unterstützt und von ver.di begleitet wurde, wie sich der Weiterbildungsparagraf des TVöD auf die Weiterbildung in den Verwaltungen, Betrieben und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes auswirkt. Das Ergebnis der Studie: Der Paragraf hat noch Potenzial. Oder wie es Reinhard Bahnmüller, der die Studie geleitet hat, ausdrückte: Mit dem jährlichen Qualifizierungsgespräch, das der Paragraf 5 garantiert, haben die Gewerkschaften „einen Fuß in die Tür gestellt“. Doch „Zugluft ist dadurch bisher noch kaum entstanden“, sagte er. Dies gelte für alle Branchen mit vergleichbaren Abkommen, für den öffentlichen Dienst aber mehr als anderswo. „Alle tun sich schwer mit solchen Regelungen, überall sind die Wirkungen schwach und auf eine Minderheit von Betrieben begrenzt.“