Fair statt prekär

Was wir fordern

Dokumentation

Fair statt prekär - ein Positionspapier

Veranstaltung "Fair statt prekär" Prusseit Veranstaltung "Fair statt prekär"

Altersarmut im öffentlichen Dienst ist weiblich. Der Hintergrund: Es sind vor allem Frauen,  die – auch im öffentlichen Dienst - während ihres Berufslebens prekär beschäftigt sind. Altersarmut ist dann die Folge prekärer Beschäftigung.

Wie aber kann das sein, angesichts geltender Tarifverträge, die in der Formulierung keine Geschlechtsunterschiede machen? Hier sind Befristungen, Zwangsteilzeit, mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten zu nennen. Sie sorgen dafür, dass nicht nur der Verdienst während der Berufslaufbahn niedrig bleibt, sondern später auch die Rente.

Deshalb gilt es, politisch, tarifpolitisch und gesellschaftlich anzusetzen.

Wir fordern von der Politik:

Die Rahmenbedingungen müssen so geändert werden, so dass jeder Beschäftigte eine auskömmliche Rente erzielen kann.

Dazu ist es notwendig, die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Karriere zu verbessern. Teilzeit darf nicht länger eine Sackgasse für die Karriere sein. Teilzeit muss auf Wunsch der Beschäftigten wieder auf 100 Prozent aufgestockt werden können. Zudem müssen  Qualifizierung und Weiterbildung auch für alle Teilzeitkräfte gelten und angewandt werden. Teilzeit-Chefs dürfen zudem keine Seltenheit bleiben.

Befristungen lassen die Beschäftigten in Unsicherheit. Ein ausreichender Pool an Springern macht Befristungen überflüssig. Die Unternehmen müssen deshalb mehr Mitarbeiterpools bilden: Bei Krankheit, Schwangerschaft, Weiterbildung oder bei freiwilligen Auszeiten können die Kolleginnen und Kollegen der Pools einspringen.

Die Kinderbetreuung muss verbessert werden. Betriebskindergärten, Ganztagsschulen und die Möglichkeit für Eltern, bei Krankheit der Kinder zu Hause bleiben zu können – das sind Stichwörter, mit denen die Rahmenbedingungen für Eltern verbessert werden können.

Zudem: Es sollten Lebensarbeitszeitmodelle oder der gleitende Übergang in die Rente erprobt werden können.

 

Wir fordern von der Tarifpolitik:

Frauenarbeit ist nach wie vor unterbewertet. Qualifikationen, die in typischen Frauenberufen gebraucht werden wie Empathie und Einfühlungsvermögen finden sich nicht in Bewertungskriterien. Deshalb müssen die sogenannten typischen Frauenberufe fairer bewertet und höher eingruppiert werden.

 

Wir fordern von der Gesellschaft:

Care-Arbeit ist nicht Frauenarbeit. Care-Arbeit muss von beiden Geschlechtern übernommen worden – ob es um Kindererziehung oder Pflege-Arbeit geht.

Die Gesellschaft darf nicht nachlassen, die Frauen zu sensibilisieren. „Ein Partner ist keine Altersvorsorge.“ Diese Erkenntnis gilt es, jeder Frauengeneration immer wieder zu verdeutlichen. Die eigenständige Altersvorsorge der Lebenspartner muss selbstverständlich werden.